Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche brauchen eine besondere Aufmerksamkeit für Ihre Trauer.
Wenn jemand in der Familie stirbt, halten Kinder und Jugendliche sich manchmal zurück, um die Erwachsenen nicht noch mehr zu belasten. Kinder und Jugendliche fühlen sich oft ohnmächtig den Ereignissen gegenüber und es ist hilfreich, sie an den Vorbereitungen zu einer Trauerfeier aktiv zu beteiligen, wenn sie es möchten.

Es gibt viele Möglichkeiten:
  • Gemeinsam die Kleidung für die verstorbene Person aussuchen
  • Ein Bild malen, was mit in den Sarg gelegt werden kann oder gemeinsam den Sarg bemalen
  • Gemeinsam mit den Kinder/Jugendlichen die Musik auswählen
  • Zusammen die Blumen aussuchen
  • Gemeinsam die Grabstelle/ die Urne/ den Sarg aussuchen

 

Ich empfehle, Kinder zu Trauerfeiern mitzunehmen, wenn sie es möchten.
Es ist allerdings wichtig, dass sich eine Person, die emotional nicht so stark betroffen ist, um das Kind kümmern kann, z.B. eine Freundin. Bereiten Sie Ihre Kinder auf die Trauerfeier vor. Etwa darauf, dass Menschen schwarze Kleidung tragen oder dass geweint wird. In jedem Fall, ist es gut, so früh wie möglich offen und ehrlich mit Kindern und Jugendlichen zu sprechen. Den Tod zu benennen hilft ihn zu begreifen. Begriffe wie „eingeschlafen“ sind irreführend und setzten ungeahnte Phantasien frei. Sprechen Sie aus, dass der Mensch gestorben ist.

Die Vorstellung davon, wo die verstorbene Person jetzt sein könnte, entwickeln Kinder selbst und brauchen dafür eigentlich keine Erklärungen. Da hilft eher die Frage: was glaubst du, wo….. jetzt sein könnte? Sie gibt dem Kind die Möglichkeit, seine eigenen Vorstellungen zu entwickeln. Bei kleineren Kindern ist es vielleicht wichtig, Beispiele dafür zu finden, was tot sein bedeutet. Z.B.: Ein Mensch, der tot ist, atmet nicht mehr. Er kann nicht mehr sprechen, das Herz hat aufgehört zu schlagen.

Kinder nehmen viel mehr wahr, als wir Erwachsenen glauben. Wenn etwas verschwiegen wird, spüren sie es und sind verunsichert. Es ist ehrlicher, die Wahrheit zu sagen und sich von der Vorstellung frei zu machen, dass das Kind auf jede Frage eine Antwort braucht. Manchmal sind wir als Erwachsene doch selbst ratlos. Das darf auch gesagt werden.

Es gibt zahlreiche Bücher zum Thema Kindertrauer/ Jugendtrauer sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene.
In der Rubrik Empfehlungen finden Sie Literaturempfehlungen, Links und andere Empfehlungen zum Thema Trauer für Kinder, Jugendliche und Erwachsene